Als Mitgliedsschule konnten wir in den letzten Jahren von verschiedensten Angeboten im MINT-EC-Netzwerk profitieren, zum Beispiel fuhren regelmäßig interessierte Schülerinnen und Schüler zu mehrtägigen Camps an anderen Schulen.
Nach einem schulinternen „Testlauf“ im Schuljahr 2024/2025 war es am 30.06. und 01.07.2026 endlich so weit: wir haben unser erstes regionales MINT-EC-Camp durchgeführt! Die Fachschaften Biologie und Chemie hatten in Zusammenarbeit mit dem Department Chemie der Uni Paderborn und dem b!lab in Brakel ein spannendes zweitägiges Programm unter dem Titel „Wasser als Lebensraum und Ressource – biologische und chemische Fließgewässeruntersuchung mit experimenteller Vertiefung zur Fotosynthese bei Wasserpflanzen“ ausgearbeitet. Unterstützt wurde die Durchführung durch das zdi-Zentrum des Kreises Höxter. Eingeladen waren Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und EF aus OWL-Partnerschulen und natürlich der Brede selbst.
Am ersten Tag ging es um einen Nachhaltigkeitsaspekt direkt vor unserer Schultür, bei dem auch digitale Mess-Sensorik zum Einsatz kam. Emma Symann und Clara Siebert aus der damaligen 10c der Brede berichten: „Der Nitratgehalt ist für das Trinkwasser und die Lebewesen in den Gewässern schädlich, doch Nitrat ist in Düngern wie Gülle enthalten. Die Landwirte brauchen die Möglichkeit, die Gülle ihrer Ställe als Dünger für die Felder nutzen zu können. Unsere Aufgabe war es jetzt, den Nitratgehalt in unserem Fließgewässer an der Schule zu untersuchen.“ Doch auch andere chemische, aber auch physikalische und biologische Parameter wurden zur Beurteilung der Gewässerqualität ermittelt: „Wir haben mit verschiedenen Geräten den pH- Wert, den Sauerstoffgehalt und die Temperatur des Wassers gemessen und wir haben die generelle Struktur des Gewässers an verschiedenen Standorten untersucht. Danach ging es für uns und unsere Gruppe in die biologische Abteilung. Wir wollten die biologische Gewässergüte ermitteln, indem wir nach Lebewesen gekeschert haben. Dabei haben wir neben vielen Larven von verschiedenen Insekten auch mehrere (sogar größere!) Aale fangen können. Mit den vorübergehend gefangenen Lebewesen sind wir wieder reingegangen, um sie unter dem Binokular mit Hilfe von Bestimmungsschlüsseln und -büchern zu benennen. Mit einer Tabelle und einer Rechnung konnten wir uns dann je nach gefundenem Lebewesen die Gewässergüte hier vor Ort erschließen.“ Der erste Tag schloss mit einer arbeitsteilig vorbereiteten Fischbowl-Diskussion, in der anhand verschiedener Rollen Zielkonflikte und die regionale, aber auch globale Bedeutung von bestimmten Entscheidungen konkret am Beispiel Düngung und Gewässerqualität erlebbar gemacht wurden.
Mit Untersuchungen zur Fotosynthese beschäftigt sich die Gruppe dann am 2. Tag im b!lab. Nach einer theoretischen Einführung durfte an drei Stationen praktisch gearbeitet werden:
„Bei der 1. Station ging es um die Farbe der Pflanzen, beziehungsweise welche Farben sie am ehesten absorbieren und welche nicht. Anhand des ermittelten Graphen mit Prismastrahlung wurde uns verdeutlicht, dass Pflanzen bei grüner Strahlung am wenigsten Photosynthese betreiben können, im Gegensatz zu UV und roter Strahlung. Bei der 2. Station haben wir zuerst Algenkügelchen mit einer bestimmten Lösung produziert. Das sah tatsächlich sehr cool aus, ähnlich wie die Kügelchen, die in Bubble Teas enthalten sind. Diese haben wir dann mit einem Indikator, der empfindlich auf den pH-Wert reagiert, in ein kleines Glas gefüllt und verschlossen. Das Ziel war es, die Photosynthese der Algen unter verschiedenen Bedingungen nachzuweisen. An der 3. Station haben wir den Elektronenfluss in den Algen und anderen Lösungen nachgewiesen, die wir dann später an einer Apparatur mit einem Messgerät gemessen haben und an einem kleinen Musikchip angeschlossen haben. Mit Hilfe von 3 Apparaturen haben wir es sogar geschafft, den Musikchip zum Erklingen zu bringen!“
Eine runde Sache für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, egal ob aus Lemgo, Geseke, Schloss Neuhaus, Paderborn oder von der Brede selbst: „Abschließend können wir auf jeden Fall sagen, dass sich dieses Camp für jeden gelohnt hat! Wir haben mit vielen neuen Menschen gesprochen und sehr viel gelernt, und dabei sogar noch Spaß gehabt!“