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Schule und Hochschule
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© Jon Tyson@unsplash.com

Gottes Wort macht Schule. Interview zum dritten Sonntagsevangelium der Fastenzeit

Fastenzeit – eine geschenkte Zeit um innezuhalten, sich neu auszurichten und umzukehren.
Dazu braucht es immer wieder Inspirationen und eine Orientierung an Gottes Wort.
Unsere Impulse möchten Sie dazu anregen:
Zu Beginn jeder Fastenwoche präsentieren wir Ihnen auf unserer Homepage ein neues Interview, in dem das Evangelium des jeweiligen Fastensonntags die Gesprächsgrundlage ist:
Unsere Gesprächspartnerinnen und -partner stammen aus verschieden Bereichen der Schulpastoral, leben in verschiedenen Orten des Bistums, sind jung und älter. Gemeinsam ist ihnen ihr Interesse an Gottes Wort für ihr Leben.
So macht Gottes Wort Schule.

Evangelium des dritten Fastensonntags: Lk 13,1-9

Zur gleichen Zeit kamen einige Leute und berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte. 2 Und er antwortete ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil das mit ihnen geschehen ist? 3 Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. 4 Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten als alle anderen Einwohner von Jerusalem? 5 Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. 6 Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. 7 Da sagte er zu seinem Winzer: Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? 8 Der Winzer erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. 9 Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!

(Einheitsübersetzung 2016)

„Wenn ich an die Kinder in meiner Schule denke, darf auch ich barmherzig wie der Winzer sein. Ich darf die Kinder in ihrem Wachsen und Reifen begleiten und so dafür sorgen, dass sie Erfolge erleben. Diese Früchte des Lebens kann ich unterstützen. Sollte etwas nicht auf Anhieb klappen, darf auch ich zweite Chancen geben, eine Schonfrist aussprechen.“

 

Adina Hollenhorst, Gemeindereferentin und Schulseelsorgerin in Bielefeld

Fünf Fragen an Adina Hollenhorst

Redaktion

1. Wer bist du? Welche Aufgabe hast du in deinem schulischen Arbeitsfeld?

 

Adina Hollenhorst

Meine Name ist Adina Hollenhorst, ich bin 29 Jahre alt und Gemeindereferentin. Mit einer halben Stelle bin ich als Schulseelsorgerin in der Klosterschule Bielefeld eingesetzt, um mich um den Seelsorge-Unterricht, die Schulgottesdienste, religionspädagogische Projekttage und das katholische Profil der Grundschule zu kümmern.

Redaktion

2. Welcher Gedanke oder welcher Vers des Sonntagsevangeliums spricht dich besonders an?

Hollenhorst

Mich spricht besonders an, dass der Winzer dem Feigenbaum noch eine Chance gibt. Er schenkt dem Feigenbaum Geduld und Zeit für die Reife sowie Aufmerksamkeit und Liebe. Er kümmert sich um diesen Baum und gibt ihn nicht sofort auf.

Redaktion

3. Welches Bildmotiv oder welches Foto verbindest du mit dem Evangeliumstext?

 

Hollenhorst

Das Gleichnis des Feigenbaums erinnert mich an das Aufwachsen eines Menschen.

So, wie der Winzer die Erde aufgräbt und düngt, benötigen auch wir Menschen manchmal frische Erde und Dünger. Wir brauchen Vorbilder, Bezugspersonen, Wissen, Förderung, Unterstützung und Hoffnungsbilder. Wir benötigen aber auch Auszeiten, um uns bewusst zu machen, was ich im Leben habe, aber auch was mir in meinem Leben zu kurz kommt oder fehlt.

 

 

© shutterstock.com
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Redaktion

4. Ist der Evangeliumstext bedeutsam für deine Arbeit? Kannst du hier Bezüge herstellen?

Hollenhorst

Wenn ich an die Kinder in meiner Schule denke, darf auch ich barmherzig wie der Winzer sein. Ich darf die Kinder in ihrem Wachsen und Reifen begleiten und so dafür sorgen, dass sie Erfolge erleben. Diese Früchte des Lebens kann ich unterstützen. Sollte etwas nicht auf Anhieb klappen, darf auch ich zweite Chancen geben, eine Schonfrist aussprechen.

Redaktion

5. Welchen Gedanken nimmst du dir aus dem Fastenevangelium für die kommende Woche mit?

Hollenhorst

Die Fastenzeit ist die Zeit der Umkehr. Umkehren und Innehalten ist nicht immer einfach, es ist kein Wellnessprogramm. Trotz aller Anstrengungen kann dies aber Früchte bringen, in meiner Beziehung mit anderen Menschen und vor allem in meiner Beziehung zu Gott. So wünsche ich mir für die diesjährige Fastenzeit offene Augen und Barmherzigkeit, um diese Beziehungen pflegen zu können.

Zudem ist mir wichtig, dass Gott mir Empfehlungen für mein Leben ausspricht. Ich brauche keine Befehle ausführen, sondern darf auch nach Bauch und Herz handeln. Der Winzer hat den Befehl des Herrn auch ausgeschlagen und nach seinem Gefühl, nach Barmherzigkeit, gehandelt.

Kontakt
schuleundhochschule@erzbistum-paderborn.de
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