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Schule und Hochschule im Erzbistum Paderborn
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Intensive Auseinandersetzung mit Gedenk- und Erinnerungskultur

Gedenken an Judenverfolgung und Holocaust stehen im Fokus

Der November wird oftmals als der Monat der Besinnung und des Gedenkens bezeichnet. Gerade das Gedenken an die Reichspogromnacht vom 09. November 1938 hat dabei zentrale Bedeutung. Aus dem Grund wurde auch am Gymnasium St. Xaver rund um diesen Gedenktag auf verschiedene Weise eine intensive Erinnerungs- und Gedenkkultur gepflegt.

Ein Schwerpunkt wurde in diesem Jahr in den Projektkursen Musik und Geschichte der Jgst. 11 gelegt. Beide Kurse beschäftigen sich derzeit mit dem Holocaust, hierbei insbesondere mit dem Ghetto Theresienstadt. Die Schülerinnen und Schüler des Projektkurses Musik unter der Leitung von Frank Kieseheuer werden nämlich am 10. und 12. April 2024 das Stück „Die Kinder der toten Stadt – Ein Musikdrama gegen das Vergessen“ auf die Bühne des St. Xaver bringen. Das Stück thematisiert das Schicksal der größtenteils jüdischen Kinder in Theresienstadt, die unter unwürdigen Lebensverhältnissen zu leiden hatten, aber zu Propagandazwecken der Nazis eine Kinderoper aufführen mussten. Nach der Aufführung wurden fast alle Beteiligten in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet. Ziel des Musikdramas ist es, den Holocaust auf eine neue Form zu vermitteln und Grenzen des Verstehens zu überwinden, denn dafür ist laut Dr. Sarah Kass vom Deutschen Institut für Erinnerungskultur, die die Idee für das Stück hatte, Musik die beste Sprache.

Am Dienstag wurde der Film der Premiere des Theaterstücks aus dem Jahr 2018 im Kino Bad Driburg gezeigt, wobei ausgewählte Solo- und Ensemblenummern live von den Mitgliedern des Projektkurses der Jgst. 11 gesungen wurden. So konnten die Ergebnisse der ersten Proben der letzten Wochen bereits einem großen Publikum präsentiert werden. Die Schülerinnen und Schüler zeigten eindrucksvoll, wie sehr sie sich schon jetzt mit ihren Rollen und den verschiedenen Liedern identifizieren, was eine sehr emotionale Interpretation ermöglichte.

Am Donnerstag stand dann die Arbeit an der Inszenierung des Stückes im Vordergrund. Dr. Sarah Kass, Thomas Auerswald, der Buch und Liedtexte des Musikdramas verfasste sowie der Komponist Lars Hesse waren zu Besuch am St. Xaver und arbeiteten intensiv mit den Schülerinnen und Schülern. Die beeindruckenden ersten Ergebnisse wurden am Nachmittag in der Schulkirche präsentiert und lassen bereits jetzt erahnen, welches Potential bei den Mitgliedern des Projektkurses vorhanden ist und bis zur Gesamtinszenierung im April 2024 noch weiter ausgeschöpft werden wird.

Dr. Sarah Kass führte am Vormittag des Tages zudem mit dem Projektkurs Geschichte der Jgst. 11 einen so genannten ‚Kofferworkshop‘ durch. Im Zentrum stand das Erinnern an Opferschicksale im KZ Auschwitz-Birkenau. Dr. Kass verdeutlichte dies anhand von authentischen Gegenständen, die sie im Rahmen eines Seminars zu UNESCO-Weltkulturerbestätten vor einigen Jahren in einem Koffer zusammengestellt hat, so beispielsweise ein Replikat eines Judensterns, verschiedene Kinderbücher, Bilder oder ein Poesiealbum.

Vertieft wurden diese intensiven Einblicke in das Schicksal und Leiden der Juden im Holocaust am Nachmittag in einem Vortrag zu ‚Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt‘. Theresienstadt wurde von den Nazis als ‚Musterghetto‘ der Juden inszeniert, wobei 140.000 Menschen dorthin deportiert wurden, von denen 35.000 vor Ort starben, davon allein 15.000 Kinder. Daher sind nahezu 6.000 Kinderzeichnungen aus dem Ghetto überliefert, die die Gefühle und Gedanken der Kinder dokumentieren, denn laut Dr. Kass fanden „alle Probleme von Theresienstadt ihren Ausdruck in den Kinderzeichnungen“. Im Zentrum steht dabei die Erinnerung der Kinder an erlebte Dinge, wie einen Zoobesuch oder kulturelle Veranstaltungen, aber auch die Hoffnungen der Kinder und die Begebenheiten in Theresienstadt wurden vielfach gezeichnet. Dr. Kass stellte deutlich heraus, wie die Kinder trotz der lebensunwürdigen Umstände versuchten, die Hoffnung nicht zu verlieren, am Ende oftmals vergebens.

Zum Abschluss der Woche nahmen die Schülerinnen und Schüler der Jgst. 10 noch an der Gedenkveranstaltung der Stadt Bad Driburg zur Reichspogromnacht teil. In diesem Jahr war das St. Xaver wieder einmal für die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung an der Gedenk-Stele zuständig. So wurde in Reden, durch besinnliche jüdische Musikstücke oder das Erinnern an einzelne Bad Driburger Juden den Opfern des Holocaust gedacht und appelliert, sich für das demokratisch-friedliche Miteinander aller Menschen einzusetzen. Dass das gerade in der jetzigen Zeit von enormer Bedeutung ist, steht außer Frage, denn: Nie wieder ist jetzt!

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