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Schule und Hochschule
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Tankstelle für die Seele - Gedanken zum Nachdenken und Weitergeben

An dieser Stelle veröffentlicht die Abteilung Schulpastoral regelmäßig Impulse und Gedanken zum Nachdenken und Weitergeben.

Schenk mir ein hörendes Herz

Wenn ich dem Beisammensein von Menschen – in Kollegiumsrunden, bei Fortbildungen, z. B. zur Beratung – einen Titel oder eine Haltungsempfehlung geben würde, wäre das für mich das „hörende Herz“ oder das „ins-Herz-Geschriebene“, das ich auf jeden Fall bewahren sollte.

So wie König Salomo vor vielen tausend Jahren Gott bittet, ihm ein hörendes Herz zu schenken, weil er doch jung ist und unerfahren, aber für Frieden und Gerechtigkeit in seinem Land sorgen soll.

Lesung aus dem ersten Buch der Könige (1 Kön. 5-12)

5 In jenen Tagen erschien der HERR dem Sálomo nachts im Traum
und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll! …
7 Und Salomo sprach: HERR, mein Gott, du hast deinen Knecht
anstelle meines Vaters David zum König gemacht.
Doch ich bin noch sehr jung und weiß nicht aus noch ein.
8 Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast: einem großen Volk, das man wegen seiner Menge
nicht zählen und nicht schätzen kann.
9 Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz,
damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht! Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? 10 Es gefiel dem Herrn, dass Sálomo diese Bitte aussprach.  11 Daher antwortete ihm Gott:
Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hastund nicht um langes Leben,
Reichtum oder um den Tod deiner Feinde,
sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören,
12 werde ich deine Bitte erfüllen.
Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz,
dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht.

(Einheitsübersetzung 2016)

Alles möglich hätte sich Salomo von Gott wünschen können: Geld, Gesundheit, ein langes Leben, Erfolg, schöne Kleidung, Vergnügungen aller Art. Aber er wünscht sich ein „hörendes Herz“, damit er den Menschen „richtig“ zuhören kann, ihre Anliegen versteht und weise Ratschläge geben und Recht sprechen kann.

Wie sehr wünschen auch wir uns Menschen, die ein hörendes Herz haben, wenn wir ihnen unser Herz ausschütten; wie sehr wünschen wir uns das eigene hörende Herz, damit wir auf die Zwischentöne unserer Gesprächspartner:innen hören können, um ganz bei ihnen zu sein. „To learn it bei heart“ heißt übersetzt „etwas auswendig lernen“. Aber der Ausdruck ist eigentlich viel zu schön, um ihn aufs auswendig-lernen zu reduzieren. Ich verstehe ihn auch so: etwas ins Herz schreiben, den Menschen in mein Herz lassen, sein/ihr Herz berühren, mich anrühren lassen, offen sein, nicht im Kopf bleiben, Respekt vor der/dem anderen haben, zusammen nach guten Lösungen suchen. Das wünschen wir uns oft von anderen und von uns selbst. In der Bibel meint das Herz den ganzen Menschen – sein Zentrum. Es ist mehr als ein Organ, das Blut durch unseren Körper pumpt. Alles, was der Mensch tut, fühlt, will, was ihn/sie angeht – es fließt im Herzen zusammen. Wie weise ist daher Salomos Wunsch. „Schenke mir ein hörendes Herz.“

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Segen

„Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart Gottes. Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts anderes getan hast, außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart Gottes zu versetzen, obwohl es jedes Mal wieder fortlief, nachdem du es zurückgebracht hattest, dann hast du dein Leben wohl erfüllt.“ (Franz von Sales 1567-1622)

Und dazu segne uns der gute Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist.

Adelheid Büker-Oel

 
05251 125 1349
schuleundhochschule@erzbistum-paderborn.de
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