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Schule und Hochschule
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© Besim Mazhiqi/Erzbistum Paderborn

2. Schulpastoral-Kongress vom 17.-18. August 2022

"Schön, dass du (da) bist - Schule gastfreundlich gestalten"

Rund 90 Teilnehmende trafen sich am Mittwoch und Donnerstag (17./18. August 2022) im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum zum 2. Schulpastoralkongress im Erzbistum Paderborn. Unter dem Titel „Schön, dass Du (da) bist“ ging der Kongress der Frage nach, wie Schule gastfreundlich gestaltet werden kann. Auf die Kongressgäste warteten inspirierende Impulsvorträge und praxisnahe Workshops. Die Abteilung Schulpastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat stellte ihr neues Konzeptpapier vor, in dem ihr Selbstverständnis festgeschrieben ist – mit ganzheitlich-vielfältigen Angeboten für alle Schulen im Gebiet des Erzbistums Paderborn. „Unsere Schulpastoral kann und wird dazu beitragen, den Lernort Schule lebenswerter und attraktiver zu gestalten“, begrüßte Erzbischof Hans-Josef Becker die Teilnehmenden am Mittwochnachmittag zum Kongressbeginn in einer Video-Botschaft.

© Hans-Bodo Markus

Zwei externe Referenten sorgten beim Kongress für zwei spannende Impulsvorträge: Bruder Paulus Terwitte aus dem Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt a.M. nahm am Mittwoch Schulen als soziale Einrichtungen unter dem Aspekt christlicher Gastfreundschaft in den Blick – der Ordensmann ist auch als Moderator, Coach und Unternehmensbegleiter gefragt. Am Donnerstag war Pfarrer Christian Olding aus Geldern in seinem Vortrag „auf der Suche nach der blauen Fee“. Der Geistliche ist bekannt für seine partizipativ gestalteten Gottesdienste. Als Leiter des Projektes „Vision von Hoffnung“ im Bistum Münster macht er auch für kirchenferne Menschen an ungewöhnlichen Orten besondere Angebote.

Workshops nah an der Praxis

In neun Workshops konnten die Teilnehmenden Praxistaugliches für den Schulalltag erproben. Es ging um die biblischen Wurzeln der Gastfreundschaft, ebenso um religiöse Feiern in multireligiösen Schulkontexten. Außerdem wurde das Lernmodul „navi4life – Da ist Leben drin!“ vorgestellt, das Schülerinnen und Schülern hilft, die Fragen des Lebens offen zu stellen. Ein Workshop fokussierte die Gastfreundschaft im Morgenimpuls, ein weiterer Achtsamkeit, Willkommenskultur und Wahrnehmungsschulung. Dem Kurzgespräch in der Schule wurde ebenso ein Angebot gewidmet wie der Trauerbegleitung innerhalb der Klassen- und Schulgemeinschaft. Last, but not least, gab es je einen Workshop zur globalen Ungerechtigkeit am Beispiel Wasser sowie zu einem gelingenden „An Bord kommen“ in der Schulgemeinschaft. Eine gemeinsame Reflexion der Ergebnisse im Plenum rundete die Workshops ab.

(Text: Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn)

Die beiden Tage des Kongresses waren geprägt durch Impulsvorträge, Workshops und einen Gottesdienst. Für die Impulsvorträge konnten Bruder Paulus Terwitte aus Frankfurt und Pastor Christian Olding aus Geldern gewonnen werden. Beide Referenten haben ihre jeweilige Sicht auf das Thema Gastfreundschaft und Schulen dargelegt. Die anschließenden Workshops beschäftigten sich mit verschiedenen Themen, u. a. biblische und multireligiöse Aspekte zur Gastfreundschaft, Inklusion, Achtsamkeit, Krisensituationen, Begrüßungskultur und Nachhaltigkeit.

 

Auf der rechten Seite finden Sie Bildeindrücke vom Kongress.

So verliefen die zwei Kongresstage

Mittwoch, den 17. August 2022

14.30 Uhr       Anreise, Get together mit Willkommensgetränken

15.00 Uhr       Start des Kongresses

15.45 Uhr       Impulsvortrag:

„Darf ich?“ – „Bitte sehr!“. Vom heiligen Spiel der Gastfreiheit
(Bruder Paulus Terwitte, Frankfurt)

17.15 Uhr       Vorstellung des Konzepts Schulpastoral

18.30 Uhr       Gottesdienst in der Kapuzinerkirche

anschl.            Abendessen

ab 20.00 Uhr gemütlicher Ausklang, u.a. mit Livemusik (Arte Musica)

 

Donnerstag, den 18. August 2022                                               

08.45 Uhr       Start in den Tag mit einem geistlichen Impuls

09.00 Uhr      Impulsvortrag mit anschließendem Austausch:

Auf der Suche nach der blauen Fee
(Pfarrer Christian Olding, Geldern)

10.30 Uhr      Kaffeepause

10.45 Uhr      Parallele Workshops, Durchgang 1 (weitere Informationen zu den Workshops s.u.)

12.30 Uhr      Mittagspause/Essen

14.00 Uhr      Parallele Workshops, Durchgang 2

15.30 Uhr      Kaffeepause

15.45 Uhr      Präsentation & Bündelung der Workshopergebnisse im Plenum

16.30 Uhr      Reflexion

17.15 Uhr      Ende des Kongresses

Berichte zu den Workshops

Workshop 1: Vergesst die Gastfreundschaft nicht (Hebr 13,2) - Biblische Wurzeln christlicher Gastfreundschaft

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige (…) Engel beherbergt“ (Hebr 13,2)

Biblische Wurzeln christlicher Gastfreundschaft

Referentin: Dr. Heike Bee-Schroedter

Der Workshop „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige (…) Engel beherbergt“ (Hebr 13,2), fand unter der Leitung von Dr. Heike Bee-Schroedter statt. Die Teilnehmer:innen haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie biblische Texte zum Thema Gastfreundschaft für den schulischen Kontext fruchtbar gemacht werden können. Das Interesse an biblischen Texten zum Thema war groß und die Teilnehmer:innen waren durchaus „bibelfest“. Nur ein Text hat alle überrascht: Der alttestamentliche Text über Elija in Sarepta (1 Kön 17,8-16). Auf die Worte des Herrn hin, bittet Elija eine Witwe darum, ihn zu versorgen. Die Witwe aber wollte sterben. Doch schließlich wendet sich ihr Leben nochmals, nachdem sie Elija gastfreundschaftlich gegenübertritt. Nach der Textarbeit entstand eine lebhafte Diskussion darüber, was Gastfreundschaft leisten kann und was nicht, wie wichtig Vertrauen zwischen Gast und Gastgebendem ist und im Hinblick auf Schule die Frage bleibt, welche Regeln es zu beachten gilt. Dabei braucht es besonders Klarheit im Hinblick auf die Frage: Was kann ich leisten als Gastgeberin?

Workshop 2: Gemeinsam feiern – aber wie? Religiöse Feiern im multireligiösen Schulkontext gestalten

Gemeinsam feiern – aber wie? Religiöse Feiern im multireligiösen Schulkontext gestalten

Referierende: Dr. Katharina Lammers, Benedikt Körner

Dieser Workshop beschäftigte sich mit der Frage, wie religiöse Feiern in einer multireligiös geprägten Schule möglich sind und wie Schülerinnen und Schüler anderer Religionen in den eigenen liturgischen Feiern sich als Gast willkommen fühlen können. Dazu gab es zunächst Raum für alle Teilnehmenden von eigenen Erfahrungen zu berichten. Im Verlauf des Workshops wurden die Modelle der liturgischen Gastfreundschaft und der mulireligiösen Feier vorgestellt. Dabei folgt eine Feier mit liturgischen Gastfreundschaft den eigenen Traditionen und andere Religionen werden bei dem eigenen Gebet begrüßt und als Gast empfangen. Bei einer multireligiösen Feier beten die beteiligten Religionen in gegenseitiger Gegenwart und alle tragen gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung und sind gleichermaßen Gastgebende und Gäste. Egal welchem Modell man folgen möchte, es bedarf zum einen einer großen Sensibilität für die unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Rituale und zum anderen eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen allen Akteuren einer solchen Feier.

 

Workshop 3: navi4life – Da ist Leben drin!

navi4life – Da ist Leben drin!

Referenten: Meinolf Wacker, B.Zuparic

Meinolf Wacker und Berislav Zuparic präsentierten in diesem Workshop das unterrichtsoptimierende Lernmodul navi4life. Zu Beginn des spannenden Workshops referierten Wacker und Zuparic über ihre Erfahrungen mit Jugendlichen auf der ganzen Welt im Rahmen ihres Friedensengagements und ihren Fragen, die sie an das Leben und Gott stellen. Das von ihnen entwickelte Projekt navi4life möchte genau bei diesen Fragestellungen Jugendlicher ansetzen und ihnen helfen, sich und die eigenen Lebensumstände intensiver in den Blick zu nehmen. Um sich den Fragen des Lebens besser stellen zu können, entwickelten Wacker und Zuparic dazu ein Logbuch mit Namen „Mein Logbuch – Da ist Leben drin!“. Das buchbare navi4life-Mobil – ein Tiny House mit begleitendem Team – bietet ergänzend eine erfahrungsorientierte Vertiefung für die Schülerinnen und Schüler an der jeweiligen Schule. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops waren sehr begeistert von dieser Idee und einige von ihnen können sich gut vorstellen, dieses Projekt an der eigenen Schule durchzuführen.

Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter: https://www.go4peace.eu/

Workshop 4: Gastfreundschaft im Morgenimpuls – Ritualisierungen unter Bedingungen der aufgeklärten Heterogenität

Gastfreundschaft im Morgenimpuls – Ritualisierungen unter Bedingungen der aufgeklärten Heterogenität

Referent: Prof. Dr. Oliver Reis

Im Workshop von Herrn Prof. Dr. Reis, „Gastfreundschaft im Morgenimpuls – Ritualisierungen unter Bedingungen der aufgeklärten Heterogenität“, beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage, wie das Thema Gastfreundschaft im Kontext Schule gedacht werden kann. Hierzu wurden exemplarisch zwei Morgenimpulse unter heterogenen Bedingungen im Hinblick auf gastfreundschaftliches Verhalten analysiert. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Impulsvortrag von Bruder Paulus Terwitte entstanden angeregte Diskussionen unter den Teilnehmenden über die Logik von Gasfreundschaft, weltanschauliche religiöse Einheit und Differenz in interreligiösen Feiern, sowie über die Gabe des Gastes (Schüler/innen) als notwendige Bedingung für gelingende Gastfreundschaft an konfessionell gebundenen Schulen. Im Hinblick auf die Umsetzbarkeit von Gastfreundschaft zeigte der Workshop von Prof. Reis den Teilnehmenden die Vielschichtigkeit der Begriffe „Gastfreundschaft und Gastfreiheit“ besonders im schulischen Kontext auf.

Workshop 5: Achtsamkeit als Haltung. Willkommenskultur und Wahrnehmungsschulung

Achtsamkeit als Haltung. Willkommenskultur und Wahrnehmungsschulung

Referent: Dr. Daniel Rumel

Unser allgemeiner, aber vor allem unser schulischer Alltag ist heute oft überladen mit Eindrücken, Aufgaben und Anforderungen. Diese Alltagsatmosphäre macht es uns kaum möglich, anzuhalten und das, was da ist, in seiner Konkretheit und Wirklichkeit wahrzunehmen. Eine tatsächliche Willkommenskultur bräuchte aber genau das: Eine achtsame Wahrnehmung des anderen, der mir begegnet. In diesem Workshop näherten sich die Teilnehmenden der Praxis der Achtsamkeit, theoretisch, aber auch praktisch. Weiter wurde eine Möglichkeit eröffnet, über den Workshop hinaus in eine Übung zu finden, die half, die Haltung der Achtsamkeit im Alltag besser zu integrieren.

Workshop 6: „Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ – Das Kurzgespräch in der Schule

„Kann ich Sie mal kurz sprechen?“ – Das Kurzgespräch in der Schule

Referent: Thomas Schlüter

Viele Gespräche in der Schule beginnen mit der Frage „Kann ich Sie mal kurz sprechen?“. Und viele Schulseelsorger*innen reagieren auf diese Frage mit gemischten Gefühlen: Der Ort passt nicht, viel Zeit ist auch nicht und was kann man da schon besprechen?

Im Rahmen des Workshops gab Thomas Schlüter Antworten auf diese Fragen und führte in die Theorie des „Kurzgesprächs in Seelsorge und Beratung“ ein. Kleine Praxisübungen rundeten den Workshop ab.

Workshop 7: „Wenn der Regenbogen weint“ – vom Traurigsein, Abschiednehmen, Trost spenden und Mut finden

„Wenn der Regenbogen weint“ – vom Traurigsein, Abschiednehmen, Trostspenden und Mut finden

Referentin: Tina Geldmacher

Tina Geldmacher vom Verein „Leuchtturm e.V.“, ein Beratungszentrum für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien nahm in ihrem Workshop die Teilnehmenden mit in ein tieferes Verständnis von Trauer. Erfahrungen mit dem Thema Tod und Trauer – besonders im Schulkontext – konnten miteinander ausgetauscht werden und es gab viele Hinweise, was zu tun ist, „wenn der Fall eintritt“. Anhand des Buches „Über den großen Fluss“, das die Erlebnisse und „Aufgaben“ in Trauersituationen sensibel und konkret beschreibt, wurde schnell deutlich, wie wichtig auch Lehrende und Schulseelsorgende als Ansprechpersonen für Kinder und Jugendliche in Krisensituationen sind. Dabei gibt es nicht den einen Weg der Trauer. So stellte einer der Teilnehmenden fest: „Menschen trauern individuell – das muss uns klar sein!“ Ein anderer Teilnehmer berichtete aus einer Schulsituation, dass die Schülerinnen und Schüler 2 Wochen nach dem Tod eines Mitschülers großen Gesprächsbedarf hatten und sich über „ganz viele Erinnerungen und die gemeinsamen Späße austauschen wollten und sich dabei ein wenig die Lähmung, die der Tod des Schülers ausgelöst hatte, lösen konnte.“

Workshop 8: „Wir sind alle nur Gast auf Erden" – doch manche reisen Erster Klasse.

„Wir sind alle nur Gast auf Erden“ – doch manche reisen Erster Klasse.

Globale Ungerechtigkeit am Beispiel ‚Wasser‘ und Bearbeitungsmöglichkeiten im schulischen Kontext“

Referent: Maximilan Schultes

Maximilian Schultes, als Referent im Bereich Pastorale Dienste und als Mitglied der Initiative Faire Gemeinde e.V. tätig, leitete einen inspirierenden und handlungsorientierten Workshop.

Er konzentrierte sich auf die Lebensressource Wasser und betonte: Neben dem sichtbaren Wasserkonsum ist auch der virtuelle Wasserverbrauch relevant. Damit ist jene Wassermenge definiert, die zur Herstellung eines Produkts benötigt wird. Die Teilnehmenden waren erstaunt, dass für die Herstellung einer Tasse Kaffee allein 140 Liter Wasser benötigt werden.

Eine App ermöglichte es den Teilnehmenden ihren eigenen Wasserverbrauch zu ermitteln und Potential für eine Reduzierung zu entdecken.

„Was können wir in der Schule für eine nachhaltige und faire Lebensweise tun?“ fragte eine Lehrkraft. Max Schultes stellte das Zertifizierungsprogramm vor, dass es Einrichtungen ermöglicht, in 5 konkreten Handlungsschritten das Siegel einer „Fairen Schulgemeinde“ zu erwerben.

https://faire-gemeinde.de/mitmachen/zertifizierungsprozess/

Eine Wassermassage ließ die Teilnehmenden direkt spüren, wie wohltuend und kostbar Wasser für uns ist.

Workshop 9: Onboarding – wie kann das „An Bord kommen“ gut gelingen?

Onboarding – wie kann das „An Bord kommen“ gut gelingen?

Referentin: Stefanie Berns

Der Workshop fand unter der Leitung von Stefanie Berns und Felicia Krause statt und stellte dabei Methoden und Ideen für ein gelungenes „Onboarding“ oder auch Ankommen auf einem neuem Arbeitsplatz in den Fokus. Zunächst präsentierten die beiden Referentinnen im Rahmen eines theoretischen Inputs die Grundlagen von gelungenen Onboarding-Prozessen. Es wurde deutlich, dass ein solcher Prozess viel Zeit in Anspruch nimmt und schon vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn anfängt. Im Anschluss stellten die Referentinnen diverse Hilfsmittel und Methoden, um den Onboarding-Prozess auch ganz konkret umsetzen zu können: Checklisten, Welcome-Packet, Patensysteme, etc. Zum Schluss konnten die Teilnehmende gemeinsam in Kleingruppen erste Ideen entwickelt, wie an den Schulen der Onboarding-Prozesse für Schüler:innen, Lehrer:innen konzeptionell entwickelt werden können: Welche Ressourcen werden benötigt? Was ist unser Ziel? Und was zeichnet einen christlichen Onboarding-Prozess aus?

 

Rückmeldungen zum gesamten Schulpastoral-Kongress

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